44. Berlin Marathon 2017

Den Berlin Marathon 2016 habe ich im Fernsehen verfolgt, hatte dabei aber nicht an einen Marathon im nächsten Jahr gedacht. Gesundheitlich ging es mir zu dieser Zeit sehr schlecht. Irgendwann im Oktober, als es mir wieder besser ging, bekam ich, wie jedes Jahr, von SCC EVENTS GmbH Informationen für die Registrierung zum Berlin Marathon 2017. Spontan dachte ich mir: „Die Teilnehmer werden ja verlost. Soll das Los entscheiden, ob ich mir einen Marathon noch einmal antue.“ Außerdem wollte ich mich irgendwie motivieren, wieder regelmäßig zu laufen.

Ich bin ein Gewinner!

Über einen Monat später, am 30.11.2016, ist es dann passiert: „Sie sind ein Gewinner! Lieber Guido Schulze, es ist soweit! Wir freuen uns, Ihnen heute mitzuteilen, dass Sie ausgelost wurden: Sie sind bei der 44. Auflage des BMW BERLIN-MARATHON 2017 als Teilnehmer dabei!“ Jetzt hieß es: „Keine Panik!“ Erst einmal in Ruhe das Training und die Reise planen. Die endgültige Planung und den Trainingsbeginn habe ich mir dann für die Zeit nach Weihnachten, Silvester und meinem Geburtstag vorgenommen. Sprich, so ab dem 15. Januar 2017.

Trainingsplanung

Meine Vorbereitung auf diesen Wiedereinstieg beruhte auf das Ziel "ankommen". Ganz genau habe ich das Training nicht geplant, weil ich nicht wusste, wie schnell ich Fortschritte machen werde - im Sinne von Belastungs- und Erholungsphasen. Ich musste also erst einmal wieder fit werden.

Eine Stunde Laufen war, ohne lange danach regenerieren zu müssen, zu diesem Zeitpunkt möglich. Deshalb plante ich, die Dauer der Laufeinheit nach und nach zu erhöhen, bis ich schließlich 3 Stunden durchlaufen konnte. Dabei war dann die Geschwindigkeit uninteressant. Ich lief ausschließlich nach meiner Herzfrequenz.

Die 3 Stunden konnte ich dann Ende April/Anfang Mai durchlaufen. Ab Anfang April habe ich auch gezieltes Krafttraining für den Oberkörper ergänzt. Da der Winter in diesem Jahr bis Ende Mai andauerte. Lief ich auch erst Ende Mai das erste Mal draußen. Ja, da habt Ihr richtig gelesen. Alle Trainingseinheiten habe ich bis Ende Mai im Fitnessstudio absolviert. Grund: ich hasse Kälte. Wenn dann auch noch Nässe dazukommt, halte ich mich nur wenn nötig draußen auf und dann auch nicht lange.

Im Frühling bin ich dann auch nur drei Mal gelaufen, weil er nur eine Woche dauerte. Im Sommer, Anfang Juni bis Ende August habe ich dann meine Läufe hauptsächlich nach draußen verlagert. Schnell bemerkte ich (Ende Juni), dass ich die ganz langen Läufe am Wochenende hier im Bergischen Land nicht mehr laufen sollte. Es war mehr Muskel- als Ausdauertraining. Muskuläre Probleme häuften sich schon ab 20 Kilometer, obwohl ich ansonsten fit für viel längere Läufe war.

Die langen Läufe absolvierte ich dann also in Düsseldorf. Eine Stunde mit der S-Bahn fahren, im Düsseldorfer Hauptbahnhof die Sachen ins Schließfach wegsperren und ab zum Rhein. Meine Laufstrecke verlief dabei immer am Rhein entlang. Vom Medienhafen nach Kaiserswerth und weiter bis kurz vor Duisburg und wieder zurück. Das waren dann Läufe zwischen 25 und 31 Kilometer.

Reiseplanung

Der grundsätzliche Plan war, erholt anzukommen und müde zurückzufahren. Somit war die Anreise mit dem Pkw ausgeschlossen. Mit dem Flugzeug war mir das zu viel Aufwand für diese kurze Strecke (ca. 530 km). Die Bahn kam also nur in Frage. Die Tickets konnte ich erst 180 Tage vor Fahrtantritt buchen, somit wartete ich bis Ende März, um dann meine Tickets (mit dem ICE, 1.Kl., von Wuppertal Hauptbahnhof nach Berlin Hauptbahnhof) für gerade mal 29,- EUR pro Fahrt und Person zu bestellen (limitierte Sonderpreistickets).

Mit der Hotel-Buchung hätte ich eigentlich schon früher anfangen sollen als Ende Januar. Aber als ich dann erfahren musste, dass die Bundestagswahlen auch am Tag des Berlin Marathons sind und auch feststanden, kam leicht Panik auf. Das Hotel sollte zentral liegen und günstig sein. Das war dann letztendlich auch der Fall. Das Hotel habe ich dann nach langer Recherche Anfang Februar über HRS gebucht. Es wurde das ***Hotel Days Inn South am Hermannplatz. Knapp 313,- EUR für 2 Personen in einem 2-Bett-Zimmer für vier Übernachtungen exklusive Frühstück.

Anreise

Am Freitagmorgen um 09:21 Uhr ging es dann mit fünf Minuten Verspätung nach Berlin. Die Ankunft war dann lächerliche zehn Minuten verspätet: 13:17 Uhr. Im Berliner Hauptbahnhof ging es dann erst einmal zum Schalter, wo es die Berlin Welcome Card gibt. Mit dieser Karte kann man dann in ganz Berlin, optional auch inkl. Potsdam, für bis zu sechs Tage die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Dann ging es weiter zum Hotel. Um 14:15 Uhr sind wir ungefähr angekommen.

Die beiden Tage vor dem Marathon

Nachdem wir die Koffer abgestellt haben, ging es zum „Gleisdreieck“ die Startunterlagen abholen. Danach wieder zurück zum Hotel und was essen. Um 17:00 Uhr gab es dann endlich Spaghetti - in einer Pizzeria, die nur ca. fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt liegt.

Am nächsten Tag, der Tag vor dem Marathon, sind wir zum Reichstagsgebäude gefahren. Noch vor Reiseantritt, am Mittwoch, haben wir einen Vortrag im Bundestag buchen können, um anschließend auch die Kuppel zu begehen. Sehr sehenswert, informativ und ein schöner Ausblick auf Berlin in alle Richtungen. Der Termin des Vortrags war um 12:00 Uhr, wir mussten uns aber schon um 11:15 Uhr dort einfinden. Der Vortrag ging 45 Minuten. Erst um 14:30 Uhr haben wir das Reichstagsgebäude verlassen und machten uns langsam auf den Weg zum Mittagessen.

Dieses Mal gab es Spaghetti um 16:00 Uhr. Anschließend ab 18:00 Uhr wurden nur noch die Füße hochgelegt und einige Sachen für den Marathon am nächsten Tag vorbereitet.

Den Laufbericht zum Berlin Marathon 2017 veröffentliche ich in Kürze auf Lauftipps.de im Laufberichte-Forum.

Der Tag nach dem Marathon

Muskelkater? Ja! Aber nur in den beiden Oberschenkeln. Die Waden und Füße sind schmerzfrei. Treppensteigen geht, aber nur sehr langsam - hoch wie runter. Spazieren im gemütlichen Geh-Tempo ist kein Problem. Also: ganztägige Sightseeing-Tour im Schlender-Modus.

Nach dem Frühstück ging es direkt zum Wahrzeichen Nr. 1: „Brandenburger Tor“. Von da aus ging es dann am Holocaust-Mahnmal (Denkmal für die rund sechs Millionen ermordeten Juden in Europa zur NS-Zeit) vorbei zum Potsdamer Platz ins Sony-Center. 14:00 Uhr und wir hatten Hunger. Schilder, die auf Pizza Hut in der Nähe verwiesen, haben unsere Wahl leicht gemacht. Aber wo ist Pizza Hut? Erst nach über 30 Minuten haben wir durch Zufall das entscheidende Schildchen entdeckt, das direkt auf den Laden zeigte. So versteckt wie Pizza Hut lag, so leer war es auch drinnen. Nach einer Stunde ging es dann weiter zur Prachtboulevard Kurfürstendamm.

Mit der U-Bahn ging es dann bis zur Haltestelle Kurfürstendamm. Hier kann man shoppen und bummeln. Erst mal gingen wir noch ein Stückchen weg vom „Ku“-Damm zum „KaDeWe“, Kaufhaus des Westens. Im KaDeWe kann man auf über 60.000 m² und fünf Etagen alles Mögliche an Luxusgüter kaufen. Aber es gibt auch eine 6. und 7. Etage, die Gourmet-Etage und ganz oben eine Etage mit Selbstbedienungsrestaurant, Café und Bistro.

Wir sind im KaDeWe also zum Kaffeetrinken mit der Rolltreppe ganz nach oben in die 7. Etage gefahren und haben dabei die Aussicht genossen. Um 17:00 Uhr fing es schon an zu dämmern. Also raus aus dem Kaufhaus und ab auf den Ku-Damm.

Nach dem Bummeln auf dem Kurfürstendamm wollten wir eigentlich wieder mit der U-Bahn zurück zum Hermannplatz fahren, aber zufällig standen wir da plötzlich an einer Bushaltestelle, wo uns ein Bus direkt bis zum Hermannplatz fährt (Endhaltestelle). Wartezeit auf den Bus: drei Minuten. Dauer der Fahrt 50 Minuten. Entscheidung war einfach: wir fahren mit dem Bus.

Der Bus hielt. Es ist ein Doppeldecker, und ich bin noch nie mit einem Doppeldecker gefahren. Also: direkt nach oben und den besten Platz sichern. Den hatten wir: ganz vorne rechts. Es war die perfekteste und zugleich letzte Möglichkeit, mit der besten Aussicht ganz gemütlich noch einmal durch Berlin-Mitte zu fahren. 19:55 Uhr war die Fahrt vorbei und wir standen direkt gegenüber unserem Hoteleingang. Doch ein Hungergefühl hinderte mich daran ins Hotel zu gehen. Zum abendlichen Verzehr habe ich dann zur Abwechslung für meinen Magen eine Dönertasche gekauft.

Heimreise

Am Dienstagmorgen haben wir wieder die Koffer gepackt, bevor wir noch ausgiebig bis 10:20 Uhr gefrühstückt haben. Bis 11:00 Uhr mussten wir aus dem Hotel auschecken. Danach haben wir nichts mehr geplant und sind direkt zum Hauptbahnhof gefahren, um uns diesen genauer anzusehen - riesig ist er ja. Bis zur Abfahrt war dann anschließend chillen angesagt. Die Bahn fuhr 12:52 Uhr pünktlich nach Plan ab. In Wuppertal sind wir pünktlich um 16:38 Uhr angekommen, sodass ich dort direkt in die S-Bahn nach Remscheid, die um 16:53 Uhr losfuhr, ohne lange Wartezeit umsteigen konnte.

Fazit

Günstiger als mit der Bahn ginge es nur mit einem Fernbus, aber dann mit viel weniger Komfort. Die Reise mit der Bahn ist also dringend zu empfehlen, zumal Wetterextreme im September noch sehr selten sind und somit das Ausfallrisiko sehr gering ist. Für die einfache Übernachtung ohne langen Aufenthalt war das Hotel entsprechend gut gelegen und ohne überflüssigem Komfort. Deshalb auch sehr günstig und perfekt für die paar Tage in Berlin, wenn man sowieso sich selten im Hotel aufhält.

Ein bis zwei Tage sind zu wenig, um Berlin richtig sehen und erleben zu können. Die S- und U-Bahn verkehrt so oft und regelmäßig in alle Richtungen, dass man sehr schnell und mit meist maximal fünf Minuten Wartezeiten von A nach B kommt. Berlin ist mehr als nur eine Reise wert. Ich komme wieder - keine Frage.

Bilder folgen!

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